Beschreibung

Ein Minienvironment stellt ein Mittelding zwischen einer Sicherheitswerkbank und einer Reinraumkabine dar. Der Unterschied zu einer Sicherheitswerkbank liegt im Speziellen darin, dass bei einem Minienvironment das zu schützende Produkt oder der Prozess schon vorgegeben ist und die Einhausung (Rahmen mit z.B.: Glaswänden, Beleuchtung,…) und die reinraumtechnischen Komponenten (Filter-Fan-Units, Absaugung,…) auf den Prozess abgestimmt gebaut werden. Meist wird ein solches Minienvironment auf allen vier Seiten mit transparenten Wänden (Glas, PP, Acryl,…) abgeschottet und von oben mit einem Filter-Fan-Modul vertikal durchströmt. Die reine Luft wird somit über den Arbeitsprozess und weiter über gelochte oder offene Stellen nach unten an den Raum abgegeben. Die großflächige Durchströmung, mit über HEPA-Filter gefilterte Luft und der damit auch erzielte Überdruck im Inneren des Minienvironment, sorgt für hervorragende Reinraumklassen „at rest“ und „in operation“. Eine turbulenzarme Verdrängungsströmung (Laminar-Flow) im inneren zu erzielen ist nicht zwingend notwendig und meist gar nicht möglich. Das Ziel muss es in diesen Fällen sein, den Innenbereich möglichst mit einer hohen Luftwechselzahl zu durchströmen, Strömungstotzonen aber auch Verwirbelungen der Luft zu vermeiden. Horizontale, diagonale aber auch von unten nach oben gerichtete Strömungen sind ebenfalls möglich, wenn sie ein besseres Durchströmungsergebnis des Innenbereiches hervorrufen. In der Regel werden damit weitestgehend automatisierte Arbeitsprozessen geschützt, bei welchen ein ständiger Eingriff von Menschen nicht erforderlich ist.

Der große Vorteil von Minienvironments liegt darin, dass mit recht geringem Kostenaufwand und Platzbedarf durch die „Raum in Raum“ Isolation eine sehr gute Reinraumklasse z.B.: ISO 1 nach der ISO 14644 erreicht werden kann.